Konzerttipp: Salut Salon – Die Nacht des Schicksals

Wer hat davon nicht schon geträumt – Schicksal spielen! Salut Salon machen es – auf Klavier, zwei Geigen und Cello. In ihrem Programm „Die Nacht des Schicksals“ wagen sich die vier Musikerinnen Angelika Bachmann (Violine), Iris Siegfried (Violine und Gesang), Sonja Lena Schmid (Cello) und Anne-Monika von Twardowski (Klavier) nach ihrem erfolgreichen Best-Of-Programm zum zehnjährigen Bühnenjubiläum an Über- und Allzumenschliches – selbstironisch-charmant, klassisch-furios, virtuos-akrobatisch und nun auch eigenwillig-philosophisch.

Salut Salon (Foto: Thorsten Wingenfelder / Quelle: popversammlung.de)

Salut Salon (Foto: Thorsten Wingenfelder / Quelle: popversammlung.de)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Schicksal zu begegnen. Man kann ihm ausweichen – wovor allerdings schon Arthur Schopenhauer warnte: Die meisten Menschen stellen am Ende ihres Lebens mit Entsetzen fest, dass es einfach ungeachtet und vor allem ungenossen an ihnen vorübergegangen ist. Und man kann es für sich neu deuten – wie Friedrich Nietzsche, der sich an Neujahr 1882 vornahm, in Zukunft alles, was ihm bislang notwendig erschien, als wunderschön und annehmbar anzusehen. Was nichts anderes meint als: Liebe dein Schicksal! Genau das tun die vier Ausnahmetalente von Salut Salon, und es bedarf keines Orakels, um vorauszusagen, dass sie im neuen Programm deshalb noch lange nicht auch von Komponisten einfach nehmen, was kommt. Sie spielen mit allem, was ihnen am Herzen liegt – mit Tango, Filmmusik, Volksweisen, Instrumental-Akrobatik und selbst geschriebenen Chansons (Thema diesmal auch das eigene Tour-Schicksal, etwa der Umgang mit regelmäßigen Verlusten) gegen jede musikalische Konvention an. Selbst Puppe Oskar, sonst virtuos an Klavier und Cello, erobert sich neue Künste und wird zum Magier.

Auch die Musik ist voll von Schicksalsgeschichten, Hexen und Engeln, Werden und Tod. Manuel da Fallas „Dans rituelle du Feu“ bannt fremden Zauber und vertreibt böse Geister. In Camille Saint-Saens „Danse Macabre“ tanzt sich der Tod in das Leben der Menschen. Die Hexe Baba Jaga aus Modest Mussorgskis „Bildern einer Ausstellung“ fliegt durch die Lüfte und landet im sagenumwobenen „Alten Schloss“. Bedrohlich taucht die grüne Hornisse („Green Hornet“) aus dem Soundtrack von Quentin Tarantinos Film „Kill Bill“ auf, und Darius Milhauds „Scaramouche“ trotzt dem Schicksal, indem er jede Niederlage in einen Sieg verwandelt. Astor Piazzolla erzählt in seiner Engel-Trilogie die Schicksalsgeschichte des argentinischen Tangos als Tanz, Tod und Wiederauferstehung. Seine „Angel Suite“ sorgte für Aufregung bei den Traditionalisten, doch Piazzolla ließ sich von seiner Idee des „Tango Nuevo“ nicht abbringen. Salut Salon spielen daraus auch die „Milonga del Angel“, von der es heißt, sie sei die fröhlichere Schwester des Tango, weil sie ihr Schicksal nicht beweint, sondern singt, um nicht zu weinen.

Auch wenn die Komponisten dieser Schicksalsgeschichten allesamt männlich sind – die Nacht als die Zeit, in der sich Schicksale entscheiden, bleibt Frauensache. Schon immer spinnen die Glücksgöttin Fortuna und ihre mitbeauftragten Schwestern am liebsten nachts an den Lebensfäden der Menschen. „Wir kennen uns nie ganz, und über Nacht sind wir andere geworden“, schreibt Theodor Fontane. Das ist auch nach einem Konzertbesuch bei Salut Salon durchaus möglich. Nach der Premiere von „Die Nacht des Schicksals“ am 22.Juni 2013 in Hamburg spielen Salut Salon noch drei Wochen en suite im Thalia Theater. Anschließend geht das Quartett mit dem neuen Programm auf Tournee durch Deutschland und ins Ausland. (Quelle: popversammlung.de)

Details zum Konzert:
Salut Salon
Datum: 29. Mai 2015
Ort: Eurogress Aachen, Monheimsallee 48, 52062 Aachen
Beginn: 20.00 Uhr
Karten: VVK ab ca. 32,00 €
Karten gibt es beim gibt ‘s u.a. bei westticket.de.

http://www.seven-oaks.de | 2015

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