World Press Photo 2011 – Die Ausstellung in Maastricht

Seit vielen, vielen Jahren werden im World Press Photo Wettbewerb die besten Pressefotografien des Jahres in verschiedensten Kategorien gewählt und gekürt. Die Preisträger, bzw. die Bilder der Preisträger gehen dann im Laufe des Jahres auf Weltreise. In über 40 Ländern, an 100 verschiedenen Orten ist die Ausstellung zu sehen. Momentan, noch bis zum 27. November, ist einer der Orte, an dem man die Bilder in großem Format, live und in Farbe sehen kann, das Centre Céramique in Maastricht.

u.a. Guillem Valle, 3. Preis Einzelportraits (rechts) - Kenneth O'Halloran 3. Preis Portraits Stories (mittig)

Präsentiert werden die Bilder im Vestibül des Centre Céramique auf der östlichen Seite der Maas. Auf zwei Ebenen befinden sich die Aufsteller, die neben den Bildern auch immer eine Information über die Fotos, die Fotografen, die Kategorie und das Sujet beherbergen. Einen roten Faden, der einem den Weg durch die Ausstellung weist, sucht man jedoch vergebens. So macht man sich am besten auf eigene Faust auf den Weg die Bilder zu erkunden.Die Größe lässt Detail entdecken, die man sonnst nicht gesehen hätte. So zum Beispiel das Portrait des Fotografen Vincent Yu, das Kim Jong-il und seinen Sohn Kim Jong-un zeigt, zwischen beiden ein großer Abstand. Erst das Großformat lässt den Ausdruck auf Kim Jong-ils gesicht erkennen, der so vieles bedeuten mag – Skepsis, Unsicherheit, Misstrauen oder sogar Angst vor der Zukunft und seinem Spross.

Jodi Bieber, 1. Preis Einzelportraits

Um einen Startpunkt zu finden kann man sich einfach vom wohl bekanntesten Bild der Ausstellung, dem Portrait von Bibi Aisha, anziehen lassen, für das die Südafrikanerin Jodi Bieber mit dem 1. Preis für Einzelportraits ausgezeichnet wurde, und sich dann durch die Ausstellung treiben lassen. Viele der Bilder kommen einem bekannt vorkommen, aber allein die Tatsache, dass man sie hier in einem eindrucksvollen Format betrachten kann macht den Besuch schon lohnenswert.

u.a. Vincent Yu, 3. Preis Menschen in den Nachrichten

Für mich das verstörendste und auch fragwürdigste Bild der Ausstellung, ist nicht etwa das offensichtlich grausame Portrait eines Abgetrennten Kopfes am Straßenrand irgendwo in Mexiko, aufgenommen von Javier Manzano. Es ist ein Bild, aufgenommen in Deutschland von Uwe Weber im Sommer 2010. Es zeigt, von oben fotografiert, einen Ausschnitt es Gedränges während der Loveparade in Duisburg. Hier bringt die Größe so deutlich hervor, was sich auf den kleinen Abzügen im Netz nicht erkennen lässt – Panik, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Todesangst. Kein Anderes Bild in der Ausstellung zeigt eine solche Situation – Menschen im Moment des Erleidens.

u.a. Joost van den Broek, 2. Preis Einzelportraits (links)

Viele der hier gezeigten Bilder sind von einer Heftigkeit, dass der Warnhinweis für Besucher mit Kindern durchaus angebracht ist. Die Wirkung, die die Bilder beim Betrachten haben, weist aber auch immer auf die Geschichte, die hinter den jeweiligen Fotos oder Fotostrecken stecken. So lässt man sich auch gerne darauf ein nicht nur zu schauen, sondern auch zu lesen und eventuell noch mehr Hintergründe zu recherchieren.

Daniel Morel, 1. Preis Spot News Stories

Die Ausstellung wid von Maastricht aus weiter ziehen. Wer es nicht bis zum 27. November schafft einen Abstecher in das Centre Céramique zu machen hat eventuell an einem anderen Ort die Chance. Die Bilder sind noch bis zum 23. März 2012 auf Tour und kommen auch nach Deutschland.

Reinhard Dirscherl, 2. Preis Einzelbilder Natur (links) - Stefano Unterthiner, 2. Preis Natur Stories (rechts)

Marco Di Lauro, 1. Preis Einzelbilder Contemporary Issues - Uwe Weber, 3. Preis Einzelbilder Spot News - Feisal Omar, 1. Preis Einzelbilder Daily Life (vlnr)

Daniel Berehulak, 1. Preis Menschen in den Nachrichten Stories

World Press Photo 2011 Exhibition - Maastricht

World Press Photo 2011 Exhibition - Maastricht

Corentin Fohlen, 2. Preis Spot News Stories

Thomas P. Peschak, 1. Preis Einzelbilder Natur

Bildergalerie:

© 2011 by Sven A. Droste | http://www.seven-oaks.de

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Ausstellung, Diverses, Dokumentation

2 Antworten zu “World Press Photo 2011 – Die Ausstellung in Maastricht

  1. Die Ausstellung scheint wirklich spannend zu sein. Da ich ab Februar wieder in Deutschland bin, werde ich versuchen es zu der Ausstellung in Dortmund zu schaffen. Vielen Dank für das Thema, den Link und die wunderbaren bildlichen Eindrücke. Super Artikel!

  2. Danke! Und viel Spaß in Dortmund.

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