Making of … Gentleman

Am 7. Mai ging in der Eissporthalle am Tivoli in Aachen ein Highlight des Konzertsommers über die Bühne. Kurz vor der Festival Saison machte Gentleman mit seiner Band Evolution Station in der Domstadt. Organisiert wurde das Event von der ProTon Veranstaltungstechnik, die mich netter Weise hinter die Kulissen der Veranstaltung und der Organisation schauen ließen.

Der Parkplatz, unendliche Weiten ...

Der Parkplatz, unendliche Weiten ...

Als Konzertbesucher oder auch als Fotograf vor der Bühne hat man in der Regel keinen Einblick darin und auch keine Vorstellung davon, was für ein solches Event alles auf der Agenda steht. Ich sprach mit Dirk Baumann und Paul Werrens von ProTon. Darüber was alles mit einer solchen Produktion zusammen hängt, den kleinen oder größeren Unwegsamkeiten im Umgang mit der Bürokratie, Genehmigungen etc., den Eigentoren die man sich schießen kann und auch schießt und am Ende war glasklar, dass es nicht mit einer Bühne, Boxen und ein paar Getränken getan ist, und dass man Flyer- und Plakatentwürfe mehr als einmal auf  Fehler überprüfen sollte.

Im Materiallager von ProTon.

Im Materiallager von ProTon.

ProTon haben ihr Büro und Lager auf dem Gelände der Eissporthalle am Tivoli. Daher sind die Wege recht kurz und da in der Halle keine Veranstaltung geplant war, konnten die Vorbereitungen  in der Halle ganz entspannt schon Tage vor dem Tag X angegangen werden. So hatten die Bauarbeiten am Gerüst der Bühne, oder besser am Gerüst für die Licht- und Tonanlage schon begonnen als ich Dirk und Paul zum ersten Mal ca. 2 Wochen vor dem Eventtag besuchte.

13 m von einer Seite zur anderen.

13 m von einer Seite zur anderen.

Die Größe der Konstruktion ließ jetzt schon erkennen, das da mal eine Bühne in respektablen Ausmaßen stehen wird. 13 m Breite plus die Ausleger für die Boxen und eine Tiefe von fast 10 m sollten später die Plattform für die Künstler bilden.

Am Rigging wird noch geschraubt.

Am Rigging wird noch geschraubt.

Über die Tage um den 1. Mai ruhten die Vorbereitungen, denn die Leute von ProTon hatten nicht nur das eine Eisen im Feuer und es musste nebenbei noch eine andere Veranstaltung über die Bühne gebracht werden. Bei meinem nächsten Besuch waren die Arbeiten schon ein gutes Stück fortgeschritten.

In jedes Element kommen 4 Beine.

In jedes Element kommen 4 Beine.

Der Bau der eigentlichen Bühne stand an. Diese bestand aus vielen einzelnen Elementen, alle 1 mal 2 Meter groß. Diese mussten mit 4 Beinen versehen, zusammengesteckt und mit Wasserwaage auf eine Ebene Fläche gebracht werden. Mühsam und zeitraubend, zudem alle Beine auch erst auf die Richtige Höhe eingestellt werden mussten und nicht immer besonders kooperativ waren.

Nach und nach stapelt sich um die Bühne herum das Equipment.

Nach und nach stapelt sich um die Bühne herum das Equipment.

Bei diesem Besuch war die Halle auch schon etwas voller. Rund um die Bühnen Baustelle tummeln sich allerhand Kisten,Lautsprecher und sonstiges Equipment. Und immer wieder rollte der Bulli in die Halle und brachte mehr und mehr Puzzleteile für das große Ganze. Das Projekt wuchs und wuchs.

Die Boxen für die rechte Seite.

Die Boxen für die rechte Seite.

Mein nächster Besuch in der Halle war dann am Vortag des Konzertes. Die Bühne stand, das Licht hin größtenteils. Jetzt ging es darum die Beschallung vorzubereiten. Die Boxen für die beiden Seiten wurden verkabelt und zu Blöcken verzurrt, denn sie sollten ja in Luftige Höhe gezogen werden.

Makramee? Alle Kabel werden schön sauber vertüddelt.

Makramee? Alle Kabel werden schön sauber vertüddelt.

Nachdem das alles ordentlichst vorbereitet war gingen die Boxen dann mit Muskelschmalz und Kettenzug nach oben. Es ist immer wieder erstaunlich was Körperkraft in Zusammenhang mit ein bisschen Technik alles bewegen kann.

Pullt Jungs, Pullt!

Pullt Jungs, Pullt!

Zur gleichen Zeit gingen die Arbeiten an der PA weiter, auch hier wurden die entsprechenden Stecker gesteckt und das digitale Pult in Betrieb genommen. Etwas später wurde die Anlage eingemessen. Unglaublicherweise mit einem schönen, neutralen Rauschen. Die Zeiten von einstöpseln, anschalten und los sind wohl schon seit langer Zeit vorbei. Hat es die wirklich mal gegeben?

So ein digitales Pult ist eine Wissenschaft für sich.

So ein digitales Pult ist eine Wissenschaft für sich.

Da der Nightliner mit den Musikern in der Nacht eintreffen sollte musste die Halle am Freitagabend komplett vorbereitet sein. Das bedeutete auch noch Barriere aufbauen, Theken aufstellen und vor allem aufräumen. Alles was nicht mehr gebraucht wir, die ganzen leeren Kisten, alles kommt weg. Die Macher waren trotz allem noch sehr entspannt. Plan und Zeit liefen synchron.

Die Macher. Dirk und Paul von ProTon.

Die Macher. Dirk und Paul von ProTon.

Am nächsten Tag, am Samstag ging es dann endgültig in die heiße Phase. Der Nigthliner mit den Künstlern war irgendwann in der Nacht auf den Hof gerollt. Dirk hatte auf sie gewartet, empfangen und war dementsprechend etwas übernächtigt als ich ankam. Aber das Wetter ist toll, das Frühstück war gut, alle waren  bester Dinge und so sollten die Letzten Stunden vor dem Konzert anbrechen.

Damit Nichts verrutscht werden die Lautsprecher zu einem Block verzurrt.

Damit Nichts verrutscht werden die Lautsprecher zu einem Block verzurrt.

Bevor das Equipment der Band in die Halle gebracht werden konnte wurden noch ein paar letzte Arbeiten vor und auf der Bühne abgeschlossen. Danach hieß es Load-Out und alle Hände wurden gebraucht um das Zeug von Gentleman und seiner Evolution in die Halle und auf die Bühne zu schaffen.

Die Karawane zieht weiter.

Die Karawane zieht weiter.

Lustig an der ganzen Ausladeaktion war allerdings, dass zu dem Zeitpunkt noch ein Flohmarkt auf dem Parkplatz der Eissporthalle stattfand und die Flightcases zum Teil mitten durch die Flohmarktstände gefahren werden mussten. In der Halle wurde die Organisation vom Backliner übernommen, nach dessen Anweisungen die Kisten strategisch auf der und um die Bühne verteilt wurden.

Auspacken!

Auspacken!

Während auf der Bühne und am FOH die Federführung nun von der Gentleman Crew übernommen worden war,  gingen die Vorbereitung im Außengelände weiter. Die Frittenbude und der Getränkewagen mussten noch aufgebaut, bzw. geöffnet werden. Dann fehlte noch Strom und Wasser. Aber nach kurzer Zeit war alles soweit einsatzbereit und konnte vom betriebsfertig gemacht werden.

Verhungern soll ja niemand. Heute im Angebot: Zuurvlees mit Pommes - lecker!

Verhungern soll ja niemand. Heute im Angebot: Zuurvlees mit Pommes - lecker!

Im Inneren der Halle wurde auch ernsthaft an der Versorgungsfront gekämpft. Bea bereitete im Backstage das Catering vor. Pasta, Salate,  Snacks und eine riesen Auswahl an Getränken stand für die Künstler bereit. Zudem gab es 2 Stunden vor der Show noch für alle ein Abendessen. Es sollte keiner Hungrig auf die Bühne gehen.

Bea, jetzt wird es heiß.

Bea, jetzt wird es heiß.

Nach dem die Backline, das Monitoring und FOH mit Licht und Ton stand, war alle bereit für den Soundcheck. In meiner Absprache mit dem Tourmanagement hieß es „Keine Aufnahmen der Künstler abseits der Bühne und während des Soundchecks.“, daher hier auch keine Bilder. Und auch keine Bilder des Tourbusses, denn davor hingen die Herrschaften immer ‚rum, schön entspannt in der Sonne. Vor dem Soundcheck wurde aber noch schön Fußball geguckt. Eingens dafür musste noch kurzfristig ein Sky Receiver organisiert werden. Köln gewann und Gentleman war bester Laune.

Cheer Up Trio beim Soundcheck

Cheer Up Trio beim Soundcheck

Das Cheer Up Trio mit Sebastian Sturm hatten nichts dagegen, dass ich ein paar Bilder während Soundchecks machte. Die vier fühlen sich auf der Bühne gleich so wohl, dass sie aus dem Check ein kleines Konzert machten.

Getränkelieferung für die Theken.

Getränkelieferung für die Theken.

Drumherum gab es noch einiges zu tun. Die Theken in der Halle mussten noch mit Getränken bestückt werden und langsam machten sich alle auch Ihren Einsatz bereit. Security und Sanitäter bezogen ihre Posten und vor der Halle warteten die Reggaefans auf den Moment, in dem sich die Tore öffneten.

Fast bis zu Horizont geht die Schlange.

Fast bis zu Horizont geht die Schlange.

Der Moment auf den alle so lange gewartet und hin gearbeitet hatten kam dann um 19 Uhr – der Einlass. Nun begannen sich alle Rädchen zu bewegen, griffen in einander und brachten das Projekt „Gentleman in Aachen“ auf Touren. Pünktlich um 20 Uhr gingen die Shows los. Zuerst Sebastian Sturm und The Cheer Up Trio, gefolgt von Jahcoustix und dem Highlight des Abends, dem Headliner Gentleman & the Evolution. Was bei den Konzerten passierte und was es zu sehen gab, steht an einer anderen Stelle (Gentleman, Jahcoustix und The Cheer Up Trio). Der Abend wurde mit einer Reggae Party beendet. Das Aachener Soundsystem Small Axe Intl. versorgte die Feierhungrigen noch eine ganze Weile  mit chilligen Beats versorgte.

Danke, danke, danke! Aber zum Aufräumen blieb ich dann doch nicht mehr.

Danke, danke, danke! Aber zum Aufräumen bleib ich dann doch nicht mehr.

Abschließend möchte ich mich bedenken. Vor allem bei Dirk und  Paul von ProTon, die mir überhaupt die Möglichkeit gegeben haben hinter die Kulissen einer solchen Produktion zu blicken. Natürlich aber auch bei Lars, Nick, Bea, Sylvia, Johanna, Daniela und allen anderen, deren Namen mir jetzt gerade nicht mehr einfallen, und die mich und meine Kamera in der Tagen der Vorbereitung so geduldig ertragen haben. Ich muss auch eingestehen, dass ich für den Bericht viel länger gebraucht habe als ich mir anfangs vorgenommen hatte, aber manchmal ist die Zeit einfach schneller als man denk. Als Fazit möchte ich nur sagen, das ich, wenn ich in Zukunft im Bühnen Graben oder auch im Publikum auf den Beginn einer Show warte, werde ich das ganze mit anderen Augen sehen. Jetzt weiß ich in etwa, was da gerade hinter den Kulissen passiert und welche Arbeit notwendig war, damit am Ende eine gelungene Show über die Bühne geht.

Die ganze Geschichte gibt es auch in Bildern. Einfach drauf und dann durch klicken.

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