Sniper-Strap „THE PRO“ – der Test

Ich habe vor ein paar Tagen die neue Variante des Sun-Snipers Kamaragurtes erhalten, um ihn zu testen. Der Gurt hört auf den Namen Sniper-Strap „THE PRO“* und ist die neuste Generation der beliebten, aber auch viel diskutierten Schnellschuß-diagonal-über-den-Bauch-Kameragurten.

Sniper-Strap Lieferumfang

Sniper-Strap Lieferumfang

Das Auspacken ist schnell erledigt. Neben dem Gurt befindet sich noch eine Tutorial DVD von Krolop & Gerst in der Verpackung. Der Sniper-Strap macht bei der ersten Begutachtung einen stabilen ordentlichen Eindruck. Die Die Nahte sind sauber vernäht und es gibt keine losen Fäden. Auch sonst lässt die Verarbeitung kein Grund für Kritik aufkommen.

Der eigentliche Gurt ist aus einem Codura-artigen Material, ca. 2,5 Zentimeter breit und darin ist ein Stahlseil eigelassen, welches das Durchtrennen verhindern, bzw. erschweren soll. Sun-Sniper bietet ab Kauf für diesen Gurt eine 12 Monatige kostenlose Versicherung gegen das Zerstören an, und erstattet im Falle des Falles in Europa € 400 und einen neuen Strap.

Sniper-Strap "THE PRO" Details

Sniper-Strap "THE PRO" Details

Die Schulterauflage ist gut gepolstert und mit einer rutschfesten Schicht auf der Unterseite versehen. In der Mitte befindet sich eine Schnalle, mit der die Länge der Straps eingestellt werden kann und der überschüssige Rest des Gurtes kann hier auch unsichtbar unter einem Klettverschluss verstaut werden, so dass nichts herum baumelt.

Sniper-Strap "THE PRO" Öse mit Kugellager

Sniper-Strap "THE PRO" Öse mit Kugellager

Die wirkliche Neuerung ist aber, dass der Sun-Sniper Gurt in der „THE PRO“ Version ohne Karabiner auskommt. Der drehbar gelagerte Karabiner hatte in der Vergangenheit zu einigen unschönen Meldungen geführt, die besagten, dass sich die Verbindungsstelle des Hakens gelöst hatte und Kameras ungebremst zu Boden gefallen waren. Dies kann jetzt nicht mehr passieren, da das Band des Sniper-Straps jetzt ohne weiteres Verbindungselement durch eine kugelgelagerte Öse führt, die direkt in das Stativgewinde der Kamera geschraubt wird. Sitzt bombenfest, da wackelt nichts und die Kamera kann sich dennoch frei drehen.

DSLR mit alter Sniper-Strap Öse als Halterung für Handschlaufe

DSLR mit alter Sniper-Strap Öse als Halterung für Handschlaufe

Da ist nur ein kleines Problem. Im Stativgewinde meiner Kamera befindet sich bereits die Öse de Vorgängermodels und dient als stabile Halterung für meine Handschlaufe. Ich hatte mir diese nach einer sehr negativen Erfahrung mit der Halterung, die mit meiner Handschlaufe geliefert wurde, als Einzelteil zugelegt und zweckentfremdet. Ich fotografiere gerne mit Handschlaufe, zudem wickel ich mir den Standardgurt meiner Kamera dazu noch um das Handgelenk. So hab ich die nötige Sicherheit, dass ich sie auch mal nur entspannt an der Hand baumeln lassen kann ohne sie fest zu halten. Die Kamera an der Hand zu habe ist in dem meisten Fällen für mich die beste Möglichkeit sie zu transportieren, denn die Locations in denen ich oft unterwegs bin ist es meist voll und eng. Da ist es keine Lösung die Kamera am Gurt sei es vor dem Bauch oder auf der Hüfte, durch die Gegend zu tragen.

DSLR mit Handschlaufe im Einsatz

DSLR mit Handschlaufe im Einsatz

Was also sich als absolutes Pro für den neuen Gurt darstellt, ist für mich, meine Art zu Fotografieren und meine Spiegelreflex eher unpraktisch bis nicht praktikabel, denn zum Einen könnte ich die Kamera nicht einfach vom Sun-Sniper trennen und zum Anderen würde sich, wenn ich auch noch die Handschlaufe daran befestigte, die drehbare Öse nicht mehr drehen können.

Mein Schätzchen: Minolta Hi-Matic 9

Mein Schätzchen: Minolta Hi-Matic 9

Glücklicher Weise suche ich aber schon seit einiger Zeit für meine analoge Minolta Hi-Matic 9 eine Transportmöglichkeit. Das Teil ist Ende der 1960er Jahre gebaut worden und hätte eigentlich eine dieser klassischen, oldschool Bereitschaftstaschen mit aufklappbarem (Kunst)Lederdeckel verdient. Da ich einen solchen aber bisher nicht finden konnte, gebe ich dem Sniper Gurt die Chance sich zu bewähren und schraube ihn kurzentschlossen in das Stativgewinde meiner Meßsucher.

Minolta Bereitschaftstasche für Hi-Matic FEine solche oldschool Tasche suche ich auch noch für die Hi-Matic 9.

Die Richtige Position war mit Hilfe der schon angesprochenen Schnalle schnell eingestellt und der überschüssige Riemen unter dem Klettverschluss des Schulterpolsters versteckt. Die Hi-Matic hat durch Ihr massives Gehäuse ein schönes Gewicht und hängt recht stabil in der Position auf der Hüfte. Das jedoch nicht so wie vorgesehen, mit dem Objektiv parallel zum Körper, sondern der einseitigen Gewichtsverteilung zwischen Objektiv und Body, sowie dem kurzen Objektiv geschuldet, mit der Rückseite zur Hüfte. So sind wir beide quasi Rücken an Rücken auf unsere erste Tour gegangen.

Minolta Hi-Matic 9 mit Sniper-Strap "THE PRO"

Minolta Hi-Matic 9 mit Sniper-Strap "THE PRO"

Der Gurt bleibt, nachdem man ihn wie gewünscht positioniert hat, auch in dieser Position auf der Schulter liegen. Beim Aufnehmen der Kamera gleitet die Öse leicht über den Riemen und wieder zurück, ohne dass das Schulterpolster verrutscht. Auch beim Gehen verhält sich die Kamera auffallend unauffällig, sie Baumelt nicht, wenn man die Länge zu Beginn richtig eingestellt hat. Ich musste nach ein paar Metern, die Länge des Gurtes noch einmal korrigieren und seit dem habe ich die Längenverstellung nicht mehr angefasst. Der Tragekomfort des Sun-Sniper ist recht gut, man spürt ihn auch nach Stunden kaum auf der Schulter, was natürlich auch an dem vergleichbar geringen Gewicht meiner Meßsucher liegt. Wie sich das Ganze mit einer ganze bei einer großen DSLR, eventuell auch noch mit Vertikalgriff ausgestattet, und einem Teleobjektiv verhält kann ich nicht einschätzen, gehe aber davon aus, dass dies mit einer schwereren Messangertasche vergleichbar ist.

Man sollte jedoch immer darauf achten, dass die Kamera frei an dem Gurt gleiten kann und die Schwerkraft nie schläft. Also ist beim Bücken und Hocken oder schnellen Drehungen immer ein wenig Vorsicht geboten, so dass die Kamera nicht unkontrolliert in Bewegung gerät und irgendwo aneckt. Das einzige Manko was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich der Riemen, wenn man den Gurt abgelegt und verstaut hat, gerne mal in der Öse verdreht und man deswegen öfters mal ein wenig frickeln muß, bevor man den Sniper-Strap wieder anlegt.

So bin ich dann nach anfänglichen Zweifeln, ob der Sun-Sniper überhaupt etwas für mich ist, recht zufrieden. Die Kombination aus Vintage Kamera und hightech Gear macht in meinem Fall Sinn und begeistert mich, denn endlich kann ich mit der Hi-Matic bummeln gehen ohne sie ständig in der Hand halten zu müssen oder sie umständlich aus der Tasche zu fummeln. Ein Griff an die Hüfte, Kamera aufnehmen, auf dem Weg ans Auge den Transporthebel betätigen, die linke Hand nimmt den Objektivdeckel ab, suchen, scharfstellen und „Klack!“. So macht das Spaß.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Sniper-Strap „THE PRO“ – der Test

  1. Hi Sven,

    na da bist du mir tatsächlich zu vor gekommen. Dachte auch was über den Sun Sniper zu schreiben, da ich mir grade einen gekauft hab. Mach ich vielleicht auch trotz deines Artikels. :-)
    Deine Beschreibung und dein Fazit „nicht für meine DSLR“ finde ich auf jeden Fall interessant. Hättest du mit dem alten/ einfacheren Modell das Problem nicht umgangen?

    Grüße,

    Wolfgang

    • Dank Dir. Was das Problem angeht, die Version mit Karabiner hätte ich gleichzeitig mit der Schlaufe an der Kamera anbringen können. Ich denke aber, dass ich auch diesen nicht mit der DSLR benutzen würde, denn wie ich geschrieben habe, ist in den meisten Fällen eine Kamera am Gurt für mich eher suboptimal und der um das Handgelenk gewickelte Riemen gibt mir auch beim Fotografieren noch etwas Komfort.

      So, und jetzt Du. Ich bin auf Deine Sichtweise gespannt.

  2. Pingback: Schön und vielseitig: Taschen mit langem Gurt | RSS Verzeichnis

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